Vokabeln lernen mit Spaced Repetition: Leitner-System, IPA und Audio
Vokabeln einmal zu lesen ist einfach. Sie Tage oder Wochen später sicher abzurufen, korrekt auszusprechen und in einem Satz anzuwenden, ist die eigentliche Herausforderung. Genau dabei unterstützt Lingo Phrase Cards: Die browserbasierte Karteikarten-App verbindet Spaced Repetition mit einem transparenten Leitner-System, Aussprachehilfen in IPA, Amazon-Polly-Audio und frei wählbaren Übungsmodi. Die englischen, französischen, spanischen und niederländischen Karten einschließlich Übersetzungen, Beispiele und Ausspracheinformationen wurden von Muttersprachlern geprüft.
Die App richtet sich an Sprachlernende, die ohne Benutzerkonto, Cloud-Zwang oder komplizierte Einrichtung arbeiten möchten. Der Lernfortschritt bleibt im Browser und kann als Backup gesichert werden. Gleichzeitig sorgt ein klarer Wiederholungsplan dafür, dass aus gelegentlichem Lernen eine verlässliche Routine entstehen kann.
Dieser Ratgeber erklärt, wie du mit Lingo Phrase Cards Vokabeln und Satzmuster nachhaltig lernst, wie das Leitner-System funktioniert und wie du Audio, IPA und unterschiedliche Kartenrichtungen sinnvoll kombinierst. Du kannst Lingo Phrase Cards direkt im Browser starten.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Lingo Phrase Cards?
- Warum Spaced Repetition beim Vokabellernen hilft
- Das Leitner-System mit fünf Boxen
- So stellt die App eine Lernsession zusammen
- Karten mit Kontext, IPA und Audio lernen
- Rezeptiv und aktiv lernen
- Drei Lernmodi gezielt einsetzen
- Neue Karten sinnvoll begrenzen
- Schwierige Karten pausieren
- Statistik, Datenschutz und Backup
- Eine wirksame tägliche Lernroutine
- Typische Fehler beim digitalen Karteikartenlernen
- Häufig gestellte Fragen
- Verwandte Lernratgeber
- Quellen und weiterführende Informationen
- Fazit
Was ist Lingo Phrase Cards?
Lingo Phrase Cards ist eine mehrsprachige Web-App zum Lernen von Wörtern, Ausdrücken und Sätzen. Für Lernende mit Deutsch als Ausgangssprache stehen vier Sprachpaare bereit:
- Deutsch und Englisch,
- Deutsch und Französisch,
- Deutsch und Spanisch,
- Deutsch und Niederländisch.
Deutsch ist die Ausgangssprache dieser Sets. Die Auswahl von Englisch, Französisch, Spanisch oder Niederländisch bestimmt die Lernkarten; dieser Artikel verwendet durchgehend die deutschen Bezeichnungen der Oberfläche. Jede Karte wurde von einem Muttersprachler ihrer Zielsprache geprüft, damit Lernende nicht auf ungeprüfte maschinelle Übersetzungen angewiesen sind.
Die App bietet unter anderem:
- reguläre Lernsessionen nach dem Leitner-Prinzip,
- zeitlich geplante Wiederholungen,
- fünf Boxen mit einstellbaren Intervallen,
- Übungen für einzelne Boxen und zuletzt falsch beantwortete Karten,
- umkehrbare Kartenrichtungen,
- muttersprachlich geprüfte Übersetzungen, Kontexte, Fokusbegriffe und IPA,
- Amazon-Polly-Audio, sofern im Set vorhanden,
- Tageslimits für neue Karten,
- lokale Statistiken und setbezogene Einstellungen,
- Pausieren einzelner Karten,
- helles und dunkles Design,
- vollständige Backups der lokalen Nutzerdaten.
Die responsive Oberfläche funktioniert auf Smartphone, Tablet und Desktop. Karten lassen sich anklicken, antippen, horizontal wischen oder per Tastatur bedienen.
Warum Spaced Repetition beim Vokabellernen hilft
Spaced Repetition bedeutet zeitlich verteiltes Wiederholen. Statt alle Vokabeln bei jeder Sitzung erneut durchzugehen, zeigt das System eine Karte erst dann wieder, wenn eine Wiederholung sinnvoll wird.
Die Grundidee ist einfach:
- Neue oder unsichere Inhalte erscheinen nach kurzer Zeit erneut.
- Sicher erinnerte Inhalte erhalten zunehmend längere Abstände.
- Die verfügbare Lernzeit konzentriert sich auf Karten, die Aufmerksamkeit benötigen.
Damit unterscheidet sich Spaced Repetition deutlich vom bloßen Durchlesen einer Vokabelliste. Beim Lesen entsteht schnell ein Gefühl von Vertrautheit. Dieses Gefühl beweist jedoch nicht, dass ein Wort später ohne Vorlage abrufbar ist. Eine Karteikarte fordert den aktiven Abruf: Du formulierst die Antwort zuerst selbst und vergleichst sie erst anschließend mit der Lösung.
Beide Bestandteile sind wissenschaftlich untersucht. Eine quantitative Übersichtsarbeit von Cepeda und Kollegen zeigt einen robusten Vorteil verteilten gegenüber geballtem Lernen bei verbalen Erinnerungsaufgaben. Karpicke und Roediger belegen zudem die Bedeutung wiederholten Abrufens für längerfristiges Lernen. Praktisch bedeutet das: Sichere Karten müssen nicht täglich erscheinen, schwierige Inhalte dagegen früher.
Das Leitner-System mit fünf Boxen
Lingo Phrase Cards setzt Spaced Repetition mit einem nachvollziehbaren Leitner-System um. Alle noch nicht begonnenen Karten liegen zunächst im Pool. Sobald eine Karte in einer regulären Session bewertet wurde, erhält sie eine Box und einen neuen Fälligkeitstermin.
Die Standardintervalle lauten:
| Bereich | Nächste Wiederholung |
|---|---|
| Box 1 | nach 1 Tag |
| Box 2 | nach 3 Tagen |
| Box 3 | nach 7 Tagen |
| Box 4 | nach 14 Tagen |
| Box 5 | nach 30 Tagen |
Was passiert bei „Gewusst“?
Eine bereits gelernte Karte steigt bei einer richtigen Antwort in die nächste Box auf. Aus Box 1 wird Box 2, aus Box 2 wird Box 3 und so weiter. In Box 5 bleibt die Karte auch bei einer richtigen Antwort. Ihr nächster Termin wird dann erneut anhand des Intervalls von Box 5 geplant.
Eine neue Karte kommt nach ihrer ersten Bewertung immer zunächst in Box 1. Das gilt auch dann, wenn du sie sofort gewusst hast. Erst eine spätere erfolgreiche Wiederholung führt in Box 2. Dadurch erhält eine einmal zufällig richtige Antwort nicht sofort einen langen Abstand.
Was passiert bei „Nicht gewusst“?
Eine falsch beantwortete Karte kehrt unabhängig von ihrer bisherigen Position in Box 1 zurück. Sie wird nach dem für Box 1 eingestellten Zeitraum erneut fällig. So bleiben schwierige Inhalte eng im Wiederholungsplan.
Der neue Termin wird vom tatsächlichen Antwortzeitpunkt aus berechnet. Änderst du später die Boxintervalle, werden bestehende Termine nicht rückwirkend verschoben. Die neuen Werte gelten für zukünftige Bewertungen.
So stellt die App eine Lernsession zusammen
Eine reguläre Session verwendet bereits fällige Karten und, sofern das Tageslimit es erlaubt, neue Karten aus dem Pool. Fällige Inhalte behalten Vorrang, damit neue Vokabeln die geplanten Wiederholungen nicht verdrängen.
Die App lädt Karten in Gruppen von höchstens 20 nach. Das ist kein starres Limit für die gesamte Session: Sind weitere passende Karten vorhanden, können zusätzliche Gruppen folgen. Eine Karte wird innerhalb derselben Sitzung nicht erneut ausgewählt.
Während des Lernens siehst du:
- die Verteilung der Karten auf Pool und Boxen,
- die Herkunft der aktuellen Karte,
- die Anzahl gewusster Antworten,
- die Gesamtzahl der Antworten,
- die aktive Lernzeit.
Der Timer erfasst die aktive Lernzeit während einer Session, auch in freien Übungen. Liegt der Browser-Tab im Hintergrund, pausiert die Zeitmessung. Karten, die erst während einer laufenden Sitzung fällig werden, erscheinen in einer später gestarteten Session.
Karten mit Kontext, IPA und Audio lernen
Eine Lernkarte kann mehr als ein einzelnes Wort enthalten. Abhängig vom Kartenset sind folgende Informationen möglich:
- Wort oder zentraler Ausdruck,
- Übersetzung,
- Beispielsatz oder sprachlicher Kontext,
- alternative Bedeutungen,
- hervorgehobener Fokusbegriff,
- Aussprache im Internationalen Phonetischen Alphabet,
- Audio für Vorder- oder Rückseite.
Kontext ist besonders wertvoll, weil du damit nicht nur eine isolierte Übersetzung lernst. Ein Beispielsatz zeigt zugleich typische Präpositionen, Artikel, Wortstellung, Zeitformen und Wortverbindungen. Der Fokusbegriff bleibt hervorgehoben, während der vollständige Zusammenhang sichtbar ist. Eine ausführliche Methode findest du im Ratgeber zum Vokabellernen mit Kontext und Satzkarten.
IPA macht Aussprache sichtbar
Das Internationale Phonetische Alphabet, kurz IPA, beschreibt die Aussprache eines Wortes unabhängig von seiner normalen Schreibweise. Das hilft besonders bei Sprachen, in denen Schriftbild und Klang nicht eindeutig zusammenpassen.
Du musst nicht sofort alle IPA-Zeichen auswendig lernen. Beginne mit häufigen Lauten deiner Zielsprache und konzentriere dich pro Karte auf einen konkreten Punkt: einen Vokal, einen Konsonanten, die Wortbetonung oder eine schwierige Lautfolge. Der eigene Ratgeber erklärt, wie du IPA für die Aussprache beim Sprachenlernen nutzt.
Audio aktiv verwenden
Wenn eine Kartenseite eine Audiodatei enthält, kannst du sie direkt abspielen. Die bereitgestellte Sprache wird mit Amazon Polly erzeugt, einem Text-to-Speech-Dienst für natürlich klingende Sprache. Es handelt sich um synthetisches Audio und nicht um die Aufnahme eines menschlichen Muttersprachlers. Eine wirksame Miniübung besteht aus fünf Schritten:
- Sprich das Wort oder den Satz zunächst selbst aus.
- Prüfe bei Bedarf die IPA-Zeile.
- Höre das Audio aufmerksam an.
- Sprich die Aufnahme unmittelbar nach.
- Wiederhole den Ausdruck noch einmal ohne Vorlage.
Die App bewertet dein Sprechen nicht per Mikrofon. Fehlt bei einer Karte eine Audiodatei, erzeugt sie keinen spontanen Ersatz. Ein Fehler bei der Wiedergabe beendet die Lernsession nicht. Der ausführliche Audio-Karteikarten-Ratgeber zeigt einen Ablauf aus Vorhersagen, Zuhören, Nachsprechen und erneutem Abrufen.
Rezeptiv und aktiv lernen
Für jedes Kartenset kannst du die Kartenrichtung separat festlegen:
- Zielsprache → Deutsch: Du erkennst die Bedeutung eines fremdsprachigen Wortes oder Satzes.
- Deutsch → Zielsprache: Du produzierst die fremdsprachige Form aktiv.
Wenn du vor dem Aufdecken selbst antwortest, verwenden beide Richtungen einen Abruf mit Hinweisreiz. Die erste trainiert vor allem rezeptiven Abruf und Verständnis, die umgekehrte verlangt produktiven Abruf und ist meist anspruchsvoller. Der Ratgeber zu Wiedererkennen, Abrufen und Kartenrichtung erklärt diese Unterscheidung ausführlich. Ein sinnvoller Lernaufbau lautet daher:
- Bedeutung in der Richtung Zielsprache → Deutsch festigen.
- Später Deutsch → Zielsprache einstellen.
- Antwort laut formulieren.
- Audio anhören und nachsprechen.
- Den Ausdruck in einem eigenen Satz verwenden.
Die gewählte Richtung gilt auch für Box- und Fehlerübungen. Eine bereits laufende Session behält die Richtung bei, mit der sie gestartet wurde. Da beide Richtungen denselben Kartenfortschritt verwenden, sind sie keine zwei voneinander getrennten Lernstände.
Drei Lernmodi gezielt einsetzen
Reguläres Lernen
Nur der Modus Lernen verändert den Leitner-Fortschritt. Hier bewertest du Karten als gewusst oder nicht gewusst, verschiebst sie zwischen den Boxen und erzeugst neue Fälligkeitstermine. Dieser Modus sollte den Kern deiner täglichen Routine bilden.
Einzelne Boxen üben
Jede Box kann unabhängig vom Fälligkeitstermin geöffnet werden. Das eignet sich, um vor einer Prüfung bestimmte Inhalte aufzufrischen oder besonders schwierige Karten aus Box 1 zusätzlich anzusehen. Die freie Übung verändert weder Box noch Termin.
Falsche Karten wiederholen
Der Bereich Falsche Karten sammelt aktive Karten, deren letzte reguläre Antwort „Nicht gewusst“ war. Auch dieses Training verändert den Lernstand nicht. Eine Karte verlässt die Gruppe erst nach einer späteren richtigen Antwort im regulären Lernmodus.
Freie Übungen sind damit eine Vorbereitung, aber kein Ersatz für die eigentliche Erfolgskontrolle.
Neue Karten sinnvoll begrenzen
Standardmäßig erlaubt Lingo Phrase Cards 20 neue Karten pro Tag und Kartenset. Das Limit betrifft nur Karten, die erstmals gelernt werden. Bereits fällige Wiederholungen kannst du unabhängig davon bearbeiten.
Ein Tageslimit verhindert einen häufigen Fehler: An einem motivierten Tag werden sehr viele neue Vokabeln begonnen, aus denen wenige Tage später eine kaum zu bewältigende Wiederholungswelle entsteht.
Ein guter Startwert hängt von Zeit und Schwierigkeit ab:
| Lernsituation | Neue Karten pro Tag |
|---|---|
| wenig Zeit oder komplexe Sätze | 5–10 |
| regelmäßige Standardroutine | 10–20 |
| leichtes Wiederholungsmaterial | 20–30 |
Sind fällige Wiederholungen dauerhaft nicht zu bewältigen, solltest du zuerst weniger neue Karten beginnen. Das globale Limit lässt sich bei Bedarf für einzelne Sets überschreiben. Ist das Tageslimit erreicht, kannst du bei Bedarf weitere Blöcke für die aktuelle Session freigeben, ohne die dauerhafte Einstellung zu verändern.
Schwierige Karten pausieren
In der Kartenverwaltung kannst du einzelne Karten pausieren und später reaktivieren. Pausierte Karten erscheinen nicht in regulären Sessions, Boxübungen oder der Fehlerübung.
Der bestehende Lernstand bleibt erhalten. Nach der Reaktivierung kehrt eine gelernte Karte mit ihrer bisherigen Box und ihrem Fälligkeitstermin zurück. Eine noch neue Karte wird wieder Teil des Pools.
Pausieren ist sinnvoll, wenn eine Karte aktuell irrelevant, doppelt, fehlerhaft oder zu speziell ist. Sie absichtlich als „Nicht gewusst“ zu bewerten, würde dagegen den Lernplan verfälschen.
Statistik, Datenschutz und Backup
Lingo Phrase Cards speichert den Lernfortschritt lokal in IndexedDB. Dazu gehören Einstellungen, Boxen, Fälligkeitstermine, Tagesstatistiken, Sessionhistorie, Kartenrichtung und setbezogene Anpassungen. Ein Benutzerkonto oder eine Cloud-Synchronisierung ist nicht erforderlich.
Die Statistik zeigt unter anderem:
- reguläre Leitner-Antworten,
- Trefferquote,
- gespeicherte Sessions,
- begonnene Karten,
- Lernaktivität der jüngsten Lerntage.
Eine niedrige Trefferquote ist nicht automatisch schlecht. Sie kann bedeuten, dass du gerade viele neue oder anspruchsvolle Inhalte bearbeitest. Umgekehrt kann eine dauerhaft sehr hohe Quote darauf hinweisen, dass deine Intervalle zu kurz sind.
Lokale Daten sichern
Über Backup herunterladen kannst du den vollständigen lokalen Nutzerdatenbestand als JSON-Datei sichern. Das Backup enthält Fortschritt, Einstellungen, Sessions, Reviews und Statistiken. Statische Kartensets, Bilder und Audiodateien sind nicht enthalten.
Die Sicherungsdatei besitzt eine Formatkennung, Versionsnummer, Erstellungszeit und SHA-256-Prüfsumme. Vor einer Wiederherstellung prüft die App Struktur und Prüfsumme. Der Import ersetzt den gesamten lokalen Datenbestand, statt ihn mit vorhandenen Daten zusammenzuführen. Erstelle deshalb vor einem Restore im Zweifel zuerst ein aktuelles Backup.
Wer Browserdaten löscht, ein anderes Browserprofil verwendet oder das Gerät wechselt, übernimmt den Fortschritt nicht automatisch. Regelmäßige Sicherungen sind deshalb besonders wichtig.
Eine wirksame tägliche Lernroutine
Technik allein garantiert keinen Lernerfolg. Entscheidend ist, wie konsequent du den aktiven Abruf, die Bewertung und die Ausspracheübungen einsetzt.
1. Fällige Karten zuerst bearbeiten
Beginne mit der regulären Lernsession. Fällige Karten gehören bereits zu deinem Wiederholungsplan und sollten Vorrang vor neuen Inhalten haben.
2. Vor dem Umdrehen wirklich antworten
Formuliere die vollständige Antwort, bevor du die Karte aufdeckst. Ein bloßes Gefühl wie „Das kommt mir bekannt vor“ reicht nicht. Bei Sätzen solltest du besonders auf das gesuchte Wort, die richtige Form, Präpositionen und die wesentliche Satzstruktur achten.
3. Ehrlich bewerten
Wähle Gewusst, wenn die zentrale Antwort ohne entscheidende Hilfe abrufbar war. Nutze Nicht gewusst, wenn die Bedeutung fehlte, das Fokuswort nicht verfügbar war oder eine Verwechslung die Aussage verändert hat. Ein konsistenter Bewertungsmaßstab ist wichtiger als eine möglichst hohe Trefferquote.
4. Laut lernen
Sprich Antworten aus, höre das Audio und wiederhole den Ausdruck. So verknüpfst du Bedeutung, Schriftbild, Artikulation und Klang. Bei längeren Sätzen kannst du zunächst kurze Abschnitte imitieren und später den ganzen Satz sprechen.
5. Fehler gezielt nacharbeiten
Nutze nach der regulären Session einige Minuten für die Fehlerübung. Der eigentliche Nachweis erfolgt später erneut in einer regulären Wiederholung.
Beispiel für 15 Minuten
- Zwei Minuten: Set auswählen und fällige Karten prüfen.
- Zehn Minuten: regulär lernen und jede Antwort laut formulieren.
- Zwei Minuten: falsche Karten wiederholen und Audio nachsprechen.
- Eine Minute: Statistik prüfen und gegebenenfalls Karten pausieren.
Eine kurze tägliche Einheit ist für viele Lernende nachhaltiger als eine lange Sitzung am Wochenende.
Typische Fehler beim digitalen Karteikartenlernen
Zu schnell umdrehen
Wer die Lösung sofort aufdeckt, überspringt den Abrufversuch und liest im Wesentlichen Frage und Antwort gemeinsam. Gib deinem Gedächtnis vorher einige konzentrierte Sekunden für eine eigene Antwort.
Vertrautheit mit Wissen verwechseln
Eine Antwort ist nicht allein deshalb gewusst, weil sie nach dem Umdrehen bekannt aussieht. Entscheidend ist, ob du sie vorher formulieren konntest.
Zu viele neue Karten beginnen
Jede neue Karte erzeugt zukünftige Wiederholungen. Reduziere das Tageslimit, sobald die fällige Menge deine verfügbare Lernzeit regelmäßig übersteigt.
Audio nur nebenbei hören
Passives Hören kann das Verständnis unterstützen. Für die eigene Aussprache ist bewusstes Nachsprechen jedoch wichtiger.
Freie Übungen als Ersatz verwenden
Box- und Fehlerübungen aktualisieren den Leitner-Plan nicht. Nutze sie ergänzend zur regulären Lernsession.
Auf Backups verzichten
Lokale Speicherung schützt vor Cloud-Zwang, synchronisiert aber nicht automatisch. Sichere deinen Fortschritt regelmäßig, besonders vor Browser- oder Gerätewechseln.
Häufig gestellte Fragen
Ist Lingo Phrase Cards kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar?
Die Web-App kann ohne Benutzerkonto direkt im Browser verwendet werden. Der Lernfortschritt wird lokal im jeweiligen Browserprofil gespeichert.
Welche Sprachen kann ich lernen?
Für Lernende mit Deutsch als Ausgangssprache stehen Kartensets mit Englisch, Französisch, Spanisch und Niederländisch bereit. Dieser Artikel verwendet die deutschen Bezeichnungen der Oberfläche; weitere Ausgangs- und Oberflächensprachen können ebenfalls in der App verfügbar sein.
Was ist der Unterschied zwischen Leitner-System und Spaced Repetition?
Spaced Repetition ist das allgemeine Prinzip zeitlich verteilter Wiederholungen. Das Leitner-System ist eine konkrete, leicht nachvollziehbare Umsetzung mit mehreren Boxen und wachsenden Intervallen.
Werden meine Lerndaten in der Cloud gespeichert?
Nein. Fortschritt und Einstellungen liegen lokal in IndexedDB. Für einen Gerätewechsel kannst du ein Backup herunterladen und im anderen Browser wiederherstellen.
Verändern Box- und Fehlerübungen meinen Lernfortschritt?
Nein. Nur Bewertungen in einer regulären Lernsession verändern Boxen, Termine und Tagesstatistik. Freie Übungen dienen der zusätzlichen Wiederholung.
Kann ich die Lernrichtung ändern?
Ja. Du kannst pro Kartenset zwischen Zielsprache → Deutsch und Deutsch → Zielsprache wechseln. Die Richtung gilt anschließend auch für freie Übungen.
Funktioniert die App auf dem Smartphone?
Ja. Die Oberfläche ist responsiv. Karten können per Tippen oder horizontaler Wischgeste gedreht werden. Auf dem Desktop stehen zusätzlich Tastaturkürzel zur Verfügung.
Wurde das Audio von Muttersprachlern aufgenommen?
Das Karten-Audio wird mit Amazon Polly als Text-to-Speech erzeugt. Es ist keine Aufnahme eines menschlichen Muttersprachlers. Unabhängig davon wurden die englischen, französischen, spanischen und niederländischen Karteninhalte einschließlich Übersetzungen, Beispiele und Ausspracheinformationen von Muttersprachlern geprüft.
Verwandte Lernratgeber
- Mit Audio-Karteikarten eine Sprache lernen
- IPA für die Aussprache beim Sprachenlernen nutzen
- Vokabeln mit Kontext und Satzkarten lernen
- Wiedererkennen oder Abrufen: Wann Karteikarten umdrehen?
Quellen und weiterführende Informationen
- Cepeda, N. J., Pashler, H., Vul, E., Wixted, J. T., und Rohrer, D. (2006). Distributed practice in verbal recall tasks: A review and quantitative synthesis. Psychological Bulletin, 132(3), 354–380.
- Karpicke, J. D., und Roediger, H. L. (2008). The critical importance of retrieval for learning. Science, 319(5865), 966–968.
- Webb, S. (2007). The effects of repetition on vocabulary knowledge. Applied Linguistics, 28(1), 46–65.
- Das Internationale Phonetische Alphabet und die IPA-Tabelle, International Phonetic Association.
- Was ist Amazon Polly?, Amazon-Web-Services-Dokumentation.
Fazit
Lingo Phrase Cards verbindet eine transparente Karteikarten-App zum Vokabellernen mit dem Leitner-System und zeitlich verteilten Wiederholungen. Kontext, IPA und Audio helfen dabei, Wörter nicht nur zu erkennen, sondern auch richtig auszusprechen und in Sätzen zu verwenden. Unterschiedliche Kartenrichtungen, Fehlertraining, Boxübungen und setbezogene Einstellungen ermöglichen eine Lernroutine, die sich an den persönlichen Fortschritt anpasst.
Besonders praktisch ist die lokale Kontrolle: Du benötigst kein Benutzerkonto, kannst deine Daten vollständig sichern und erkennst jederzeit, warum eine Karte wieder erscheint. Am wirkungsvollsten bleibt eine einfache Regel: Bearbeite täglich zuerst die fälligen Karten, erinnere dich vor dem Umdrehen aktiv, bewerte ehrlich und beginne nur so viele neue Karten, wie du langfristig wiederholen kannst.
Lingo Phrase Cards jetzt im Browser ausprobieren