Indikativ oder Congiuntivo
Grammatik-Podcast
Kurz erklärt
Die Moduswahl zeigt, wie der Sprecher den Inhalt eines Nebensatzes einordnet. Der Indikativ stellt ihn als Tatsache, sichere Information oder Wahrnehmung dar. Der Congiuntivo kennzeichnet ihn dagegen als Meinung, Zweifel, Wunsch, Gefühl, Möglichkeit oder Bewertung. Entscheidend ist also nicht allein die Konjunktion che, sondern die Haltung zum Gesagten.
Bildung
Hauptsatz + che + Indikativ bei festgestellten Tatsachen; Hauptsatz + che + Congiuntivo bei subjektiver Haltung oder Unsicherheit.
Verwendung
- Nach Ausdrücken der Gewissheit und des Wissens steht meist der Indikativ: so che, è certo che.
- Nach Meinung, Zweifel und Unsicherheit steht im Standarditalienischen der Congiuntivo: penso che, dubito che, non sono sicuro che.
- Wunsch, Gefühl, Notwendigkeit und unpersönliche Bewertung verlangen gewöhnlich den Congiuntivo: voglio che, temo che, è importante che.
- In Relativsätzen steht der Congiuntivo bei etwas Gesuchtem, gewünschtem oder nicht sicher Existierendem; bei einer bekannten Person oder Sache steht der Indikativ.
Beispiele
- So che Marta è già arrivata. — Ich weiß, dass Marta schon angekommen ist.
- Penso che Marta sia già arrivata. — Ich denke, dass Marta schon angekommen ist.
- Non sono sicuro che abbiano capito. — Ich bin nicht sicher, ob sie verstanden haben.
- Cerco un appartamento che abbia un balcone. — Ich suche eine Wohnung, die einen Balkon hat.
Typischer Fehler
❌ Credo che lui ha ragione.
✅ Credo che lui abbia ragione.
Nach credo che wird im Standarditalienischen eine persönliche Einschätzung mit dem Congiuntivo ausgedrückt. Das Deutsche verwendet hier dagegen den Indikativ.
Merke
Fakt oder sichere Feststellung: Indikativ. Haltung, Zweifel oder Bewertung: meist Congiuntivo.