Subjonctif oder Indikativ?
Grammatik-Podcast
Kurz erklärt
Der Indikativ stellt einen Sachverhalt als wirklich, sicher oder wahrscheinlich dar. Der Subjonctif zeigt dagegen oft, dass der Inhalt gewünscht, bezweifelt, befürchtet oder persönlich bewertet wird. Entscheidend ist meist der Ausdruck im übergeordneten Satz, nicht die deutsche Übersetzung.
Bildung
Moduswahl: Feststellung oder Gewissheit + Indikativ; Wunsch, Notwendigkeit, Gefühl oder Zweifel + Subjonctif.
Verwendung
- Nach Ausdrücken der Gewissheit und Wahrnehmung steht meist der Indikativ: je sais que, il est certain que.
- Wunsch, Notwendigkeit und Gefühle verlangen meist den Subjonctif: je veux que, il faut que, je suis content que.
- Verneinte oder fragende Meinungsäußerungen können Zweifel ausdrücken und dann den Subjonctif auslösen.
- Nach bien que und pour que steht der Subjonctif; nach parce que und après que steht der Indikativ.
Beispiele
- Je sais qu’elle est déjà partie. — Ich weiß, dass sie schon gegangen ist.
- Je doute qu’elle soit déjà partie. — Ich bezweifle, dass sie schon gegangen ist.
- Nous partirons bien qu’il pleuve. — Wir werden losfahren, obwohl es regnet.
- J’espère que tu pourras venir. — Ich hoffe, dass du kommen kannst.
Typischer Fehler
❌ J’espère que tu puisses venir.
✅ J’espère que tu pourras venir.
Im bejahten Satz steht nach espérer normalerweise der Indikativ, obwohl eine Hoffnung subjektiv wirkt.
Merke
Nicht jedes Gefühl von Unsicherheit führt zum Subjonctif. Lerne den Modus zusammen mit dem auslösenden Ausdruck.