Lernuhr basteln: bewegliche Zeiger richtig einstellen

Illustrierte Papier-Lernuhr mit Mittelklammer bei 2:30: roter Minutenzeiger auf 6, kurzer blauer Stundenzeiger zwischen 2 und 3; daneben Bastelmaterialien

Eine Lernuhr aus Pappe braucht keinen Motor: Ein Zifferblatt, zwei unterschiedlich lange Zeiger und eine Musterbeutelklammer genügen. Ihr könnt sie gemeinsam bauen und anschließend volle, halbe und Viertelstunden einstellen. Entscheidend ist dabei ein Detail: Bei dieser Papieruhr wandert der Stundenzeiger nicht automatisch mit. Damit die Uhrzeit stimmt, müsst ihr beide Zeiger passend setzen.

Hier findest du eine einfache Bauanleitung, drei Kontrollaufgaben mit Lösungen und einen Weg, eure Papieruhr mit einer digitalen Übungsuhr zu vergleichen.

Was ihr für die Lernuhr braucht

Legt folgende Materialien bereit:

  • feste Pappe oder dicken Zeichenkarton für das Zifferblatt und die Zeiger,
  • einen Teller oder eine andere runde Vorlage, einen Bleistift und ein Lineal,
  • gut lesbare Stifte, zum Beispiel Blau für den kurzen und Rot für den langen Zeiger,
  • eine Schere,
  • eine Musterbeutelklammer als Drehpunkt.

Der Kreis sollte groß genug sein, dass die Zahlen deutlich auseinanderliegen und die Zeiger bequem bewegt werden können. Die Farben sind eine Orientierungshilfe; wichtiger ist, dass der Stundenzeiger deutlich kürzer als der Minutenzeiger ist.

Wenn ihr lieber eine fertige Vorlage verwendet, findet ihr bei Frau Locke eine Lernuhr-Bastelvorlage. Für die folgende Anleitung könnt ihr das Zifferblatt aber auch selbst zeichnen.

In vier Schritten eine Papieruhr bauen

1. Kreis und Mittelpunkt markieren

Zeichnet einen Kreis auf die Pappe und schneidet ihn aus. Markiert die Mitte. Sie ist später der gemeinsame Drehpunkt beider Zeiger. Eine durch die Mitte gelegte waagerechte und senkrechte Hilfslinie erleichtert den nächsten Schritt.

2. Die Zahlen gleichmäßig verteilen

Setzt zuerst 12 nach oben, 3 nach rechts, 6 nach unten und 9 nach links. Zwischen zwei dieser Ankerzahlen kommen jeweils zwei weitere Zahlen: zwischen 12 und 3 also 1 und 2. Verteilt sie möglichst gleichmäßig und schreibt die Zahlen in der üblichen Reihenfolge im Uhrzeigersinn.

Lasst die Mitte frei. Für die ersten Aufgaben reichen die zwölf gut lesbaren Zahlen; ein zusätzlicher Außenring mit Minutenwerten ist noch nicht nötig.

3. Zwei verschieden lange Zeiger ausschneiden

Zeichnet einen kurzen Stundenzeiger und einen längeren Minutenzeiger auf feste Pappe. Beide brauchen an ihrem unteren Ende etwas Platz für das Loch. Der lange Zeiger sollte bis nahe an die Zahlen reichen, der kurze deutlich davor enden.

Färbt sie unterschiedlich, wenn ihr möchtet. Ihr könnt auch kleine Pfeilspitzen zeichnen, damit das zeigende Ende eindeutig ist. Kontrolliert vor dem Befestigen: Welcher Zeiger zeigt die Stunden, welcher die Minuten?

4. Die Zeiger beweglich befestigen

Macht ein kleines Loch in die Mitte des Zifferblatts und in das untere Ende jedes Zeigers. Beim Lochen hilft eine erwachsene Person. Legt beide Zeiger übereinander, führt die Musterbeutelklammer durch die drei Löcher und biegt ihre Enden auf der Rückseite auseinander.

Die Klammer soll die Teile zusammenhalten, aber nicht fest aufeinanderpressen. Prüft, ob sich jeder Zeiger einzeln drehen lässt und das Zifferblatt dabei ruhig liegen bleibt. Falls beide Zeiger ständig zusammenrutschen, lockert die Befestigung etwas und haltet beim Einstellen den anderen Zeiger vorsichtig fest.

Der Stundenzeiger gehört auch zwischen die Zahlen

Auf einer laufenden analogen Uhr bewegt sich der kurze Zeiger allmählich zur nächsten Stunde. Um 2:30 Uhr ist er deshalb genau auf halbem Weg zwischen 2 und 3. Er bleibt nicht auf der 2 stehen und steht auch noch nicht auf der 3.

Eure Papieruhr hat keine mechanische Verbindung zwischen den Zeigern. Wenn ihr den langen Zeiger von 12 auf 6 dreht, müsst ihr den kurzen Zeiger selbst von 2 bis zur Mitte zwischen 2 und 3 bewegen. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen diesem Bastelmodell und einer laufenden Uhr.

Verwendet beim Einstellen zwei Fragen:

  1. Wie viele Minuten sind seit der vollen Stunde vergangen? Danach richtet ihr den langen Zeiger aus.
  2. Wie weit ist diese Stunde schon vorbei? Danach setzt ihr den kurzen Zeiger auf seinen Weg zur nächsten Zahl.

Drei Kontrollaufgaben für eure fertige Lernuhr

Deckt die Lösungen zunächst ab und stellt nacheinander 2:00, 2:30 und 2:45 Uhr ein. Erklärt bei jeder Zeit beide Zeiger. Lasst euch nicht davon irritieren, wenn der lange Zeiger neben einer Zahl steht, die etwas anderes als die Stunde bedeutet.

AufgabeLanger MinutenzeigerKurzer Stundenzeiger
2:00 Uhrauf der 12: null Minutengenau auf der 2
2:30 Uhrauf der 6: 30 Minutengenau halbwegs zwischen 2 und 3
2:45 Uhrauf der 9: 45 Minutendrei Viertel des Weges von 2 nach 3, also schon nahe an der 3

Bei 2:45 ist es noch nicht drei Uhr. Erst um 3:00 steht der kurze Zeiger genau auf der 3 und der lange wieder auf der 12. Als Zusatzaufgabe könnt ihr 2:15 Uhr einstellen: langer Zeiger auf 3, kurzer ein Viertel des Weges von 2 nach 3.

Braucht ihr anschließend weitere Minutenpositionen, hilft euch die Erklärung zum Ablesen in Fünf-Minuten-Schritten.

Die Papieruhr mit der digitalen Übungsuhr vergleichen

In der Weboberfläche von UhrenABC / ClockABC öffnest du „Zeit üben“. Über die Stunden- und Minutenregler stellst du dieselben Zeiten ein. Die analogen Zeiger, die digitalen Anzeigen und der ausgeschriebene Uhrzeittext ändern sich dabei gemeinsam.

Probiert zuerst 2:30: Stimmen der lange Zeiger auf der 6 und der kurze Zeiger zwischen 2 und 3 mit eurem Papiermodell überein? Vergleicht danach 2:00 und 2:45. Achtet besonders auf die kleine Bewegung des Stundenzeigers.

Die freie Übungsuhr dient zum Erkunden; sie bewertet eure Papierlösung nicht. Ihr kontrolliert selbst, ob beide Darstellungen dieselbe Zeit zeigen. Wenn etwas nicht passt, benennt zunächst den Unterschied und bewegt dann nur den betreffenden Papierzeiger.

Eine kleine Routine nach dem Basteln

Ein Kind stellt eine der Kontrollzeiten ein, die andere Person liest sie ab und begründet beide Zeiger. Danach tauscht ihr die Rollen. Beginnt bei Unsicherheit wieder mit einer vollen Stunde und geht erst anschließend zur halben oder Viertelstunde.

So wird die selbstgebaute Uhr zu einem Gegenstand, mit dem ihr Zeiten darstellen und besprechen könnt. Stellt als Nächstes gemeinsam 2:30 ein und vergleicht die Zeiger an der freien Übungsuhr. Den Einstieg zur Anwendung findet ihr auf der UhrenABC-Website.

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